Historie

In der Zeit der Gründung der Wehr im Jahr 1869 hatte Hettstadt ca. 140 Häuser mit rund 850 Einwohnern. Unter Michael Fuchs, dem damaligen Bürgermeister, wurde die Hettstadter Feuerwehr gegründet. 16 Männer waren es, die bereit waren, dort ihren Dienst zu tun und dem Nächsten in der Not zu helfen. Die Ausrüstung damals erstreckte sich auf 12 Wassereimer, einige Leitern und Einreißhaken.

Der 1. Kommandant war Kaspar Schmidt. Er blieb es bis 1881. Die meisten der Gründungsmitglieder waren Bauern, auch Zimmerleute , Fabrikarbeiter und ein Wirt waren dabei.

Die Jahre des zweiten Weltkriegs, und da vor allem die letzten, sind natürlich an der Feuerwehr nicht spurlos vorüber gegangen. Viele Hettstädter, darunter auch Feuerwehrmänner, mussten in dieser Zeit ihren Kriegsdienst leisten. Der Hettstadter Gemeinderat plante im Mai 1943, einen Löschweiher auszuheben, der im Juli 1944 fertig gestellt wurde. Sein Fassungsvermögen betrug 250 m³.

Hatte die Hettstadter Wehr bis zum Jahre 1945 „nur“ sieben Großbrände seit der Gründung zu verzeichnen, so brachte das Kriegsjahr 1945 die größte Katastrophe, die die Gemeinde jemals erlebte. Durch Kriegshandlungen kam es zu Schießereien und Bränden. 78 Wohnhäuser und 82 Scheunen gingen am 1. April 1945 innerhalb weniger Stunden in Flammen auf, versanken in Schutt und Asche. Dabei verbrannten auch Feuerwehrgeräte und sonstige Feuerwehrausrüstung. Das, was an Geräten übrig blieb, nahmen Besatzungstruppen mit.

Am 19. Januar 1947 wurde die Feuerwehr unter Bürgermeister Thenhart wieder gegründet. 15 Männer waren erschienen, Otto Kleedörfer wurde zum 1. Kommandanten gewählt.

1949 umfasste die Wehr dann schon 30 Männer, denen eine mechanische Leiter, eine Motorpumpe und viele Geräte zur Verfügung standen.

Ein weiterer Höhepunkt in der Geschichte der Hettstadter Wehr war die Einrichtung des damals neuen Feuerwehrgerätehauses – aus heutiger Sicht ist es ja das alte. Mit 104 m² Fläche wurde das Gebäude auf einen Wasserbehälter in Eisenbeton, der Im Krieg zu Luftschutzzwecken erstellt worden war, errichtet. Die Erstellung des Feuerwehrhauses war für die Gemeinde mit der inzwischen 40 Mann starken Wehr dringend nötig, denn die Feuerwehrgeräte waren in einer Notscheune untergebracht. Die Lösung dieses Problems verdient um so mehr Anerkennung, als die Gemeinde in den Jahren zuvor schon große Summen für den Wiederaufbau der Gemeinde aufbringen musste. Das Feuerwehrgerätehaus kostete übrigens 16.000 DM.

Das Jahr 1966 war erneut ein Meilenstein in der Geschichte der Hettstadter Feuerwehr, Gab es bis dato eine motorische Pumpe, die einem Hänger transportiert wurde, so begann nun quasi die Ära, in der man motorisiert wurde. 1966 wurde nämlich das erste Löschfahrzeug angeschafft: ein Opel Blitz.

Die Ausstattung der Feuerwehr, auch die motorisierte, wurde in den folgenden Jahren immer besser und umfangreicher. 1975 kaufte man von der Berliner Feuerwehr ein LF 16, das von den Hettstadter Feuerwehrkameraden in vielen Stunden für die hiesigen Bedürfnisse umgebaut wurde.

Die Mainpost schrieb 1976, als das LF 16 gesegnet und in Betrieb genommen wurde: “ Reichenberger LF kostete 150.000 DM, Hettstadt kam mit 21.000 DM aus.“ Dies konnte natürlich nur dadurch gelingen, dass viel Hettstadter Feuerwehrleute viele Stunden investiert haben, um beim Umbau des Fahrzeugs zu helfen. Oft genug wurde dazu privates Werkzeug einfach mitgebracht. Es wurde damals nicht gleich nach der Gemeinde gerufen.

1979 wurden dann zwei VW-Busse beschafft, einer wurde von der Feuerwehr bezahlt, der andere von der Gemeinde. 1985 wurde wieder ein LF 16 als Ersatz für das ehemals aus Berlin beschaffte gekauft.

Das Jahr 1988 war wohl das ereignisreichste Jahr in der Geschichte der Feuerwehr. Das neue Gerätehaus wurde mit enormem Aufwand an Eigenleistungen fertig gestellt. Das, was die Feuerwehr als Domizil betrachten darf, ist ein modernes Gebäude mit allen wichtigen Einrichtungen, die ein Gebäude mit einem solchen Zweck braucht. Ob große Fahrzeughalle, ob Waschhalle, ob Besprechungs- und Büroräume oder ob Belastungsstrecke im Dachgeschoss, alles Wichtige und Nützliche ist vorhanden.

Das Ganze ist architektonisch eingebunden in die Umgebung mit vielen freien Flächen um das Haus, die Möglichkeiten zum Üben, aber auch Platz zum schnellen Ausrücken bieten. Keine Spur mehr von den beengten Verhältnissen früherer Zeiten.

Gemeinde und Feuerwehr im Verbund haben hier etwas sehr Sinnvolles zum Schutze von Hab und Gut der Bürger und zum Schutze der Bürger selbst geschaffen.

Seit der Gründung bis heute hatte die Freiwillige Feuerwehr 14 Kommandanten, der 15. ist nun Martin Schömig.

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